Mit Pfeil und Bogen
In Brilon, im Hochsauerlandkreis gelegen, fand am zweiten Maiwochenende unter der Regie der Deutschen SchützenJugend (DSJ) ein Lehrgang zum Thema „Gründung einer Bogensportabteilung“ statt. Der Einladung zu diesem Lehrgang folgten 16 mehr oder weniger mit dem Bogensport „vorbelastete“ Sportschützen, Trainer und Funktionäre aus dem gesamten Bundesgebiet. Als Referenten für diesen Lehrgang hatte Burkhard Schindler, Jugendvorstandsmitglied der DSJ für Aus- und Fortbildung, die beiden A-Trainer Bogen Julia Berdi vom Rheinischen Schützenbund und Wolfgang Pippert aus Felsberg gewonnen.
Nachdem alle Teilnehmer im „Haus am Kurpark“ eingetroffen waren, gab es dort zunächst ein offizielles Briefing, bei dem sich die Lehrgangsteilnehmer und Referenten in lockerer Runde gegenseitig vorstellten. Gut fanden die Teilnehmer die Idee, dass sich jeder auf eine Scheibenauflage mit dem Zentrum Brilon geografisch eintragen und einordnen sollte. Für Heiterkeit sorgte dabei der Umstand, dass das bayrische Ingolstadt in den Nordosten der Republik verlegt wurde. Nach der gegenseitigen Vorstellung übernahmen dann die Referenten das Ruder. Im Anschluss beleuchtete Julia Berdi die technische Seite des Bogenschießens. Anschaulich vermittelte sie die ersten technischen Schritte bis hin zum kompletten Bogenschuss. Wolfgang Pippert vermittelte die Voraussetzungen an Ausrüstung, Trainingsplätzen (Halle und im Freien), mögliche Finanzierungsmodelle bis zu kleinen Tipps mit großer Wirkung (Sortimentskasten für die Jugendarbeit), die die Arbeit in den Vereinen erleichtern. Außerdem legte er Möglichkeiten dar, wie man finanzielle Grundlagen für die Neugründung einer Bogensportabteilung schaffen kann, zum Beispiel durch „Schnupperkurse“, Gutscheine und andere Aktivitäten. Ein Aspekt war bei den Ausführungen von Wolfgang Pippert auch die Ausübung des Bogensports als Schulsportgemeinschaft. Beim anschließenden Mittagessen wurde bereits rege unter den Lehrgangsteilnehmern über die neuen Erkenntnisse diskutiert. Dabei flossen bereits gewonnene Erfahrungen aus anderen Schießsportarten mit ein. Gestärkt ging es am Nachmittag auf den Sportplatz nach Messinghausen. Dort erfolgte eine erste praktische Unterweisung in das Bogenschiessen. Nach einer sehr intensiven und spezifischen Erwärmung unter der Anleitung von Julia (so manch einer entdeckte dabei, dass es Muskeln in seinem Körper gibt, von denen er bislang nichts wusste) wurde „aufgerüstet“. Wolfgang stattete alle mit Pfeilen und Bögen aus. Dabei tat sich für einige das erste Problem auf. Wie baue ich denn so ein Sportgerät richtig zusammen? Nach den anfänglichen Schwierigkeiten und der gegenseitigen Hilfe der Lehrgangsteilnehmer untereinander, konnte mit der Praxis begonnen werden. Dabei ließen Julia und Wolfgang mit ihren Argusaugen keinen aus dem Blick. Auftretende Fehler wurden sofort korrigiert und so langsam stellten sich die ersten Erfolge auch bei den Neu-Bogenschützen ein. Es war halt nicht so einfach die Pfeile auf die Schiebe, die einen Durchmesser von 1,22 m hatte und in acht Meter Entfernung aufgebaut war, zu bringen. Nach vielen neuen Erkenntnissen endete der erste Lehrgangstag in Brilon. Während sich einige im Hotel entspannten, fuhr eine andere Gruppe ins benachbarte Willingen zum „Kirchgang“. War echt eine gute Idee von Burkhard, bei Don Camillo haben wir uns köstlich unterhalten!
Der zweite Lehrgangstag war ebenfalls mit praktischen Übungen auf dem Sportplatz in Messinghausen ausgefüllt. Bei manch einem wurde die zweite anfängliche Erwärmung schon zum kleinen Kampf mit dem Muskelkater. Als Abschluss der Praxis gab es einen kleinen Wettkampf unter den Teilnehmern. Während die erfahrenen Schützen in einer eigenen Gruppe auf die in 18 m entfernt aufgestellte Scheibe schossen, wetteiferten die Frischlinge in der Disziplin Bogenschießen auf die etwas „leichter“ zu bewältigende Distanz von 8 m. Im Anschluss erfolgte eine zünftige Auswertung, bei der jede Schützin und jeder Schütze seinen wohlverdienten Applaus erhielt. Auch wenn wir kaum zum zukünftigen Nationalkader im Bogensport gehören werden, waren wir doch mit unseren erzielten Leistungen relativ zufrieden. Als Lohn für unsere Anstrengungen erhielten wir jeder eine Scheibenauflage. Für die drei Erstplatzierten gab es zudem noch eine exklusive Urkunde nebst Medaille. Damit aber nicht genug! Für alle gab es noch ein kleines Überraschungsbonbon in Form einer Präsentation über die Aktivitäten des Lehrganges, die Burkhard still und heimlich zusammengestellt hatte. Danach war wiederum „Schwerstarbeit“ für die Teilnehmer des Lehrgangs angesagt. Jedem teilnehmenden Verein wurde durch die Deutsche SchützenJugend eine Bogenscheibe (ca. 80 kg schwer) nebst Ständer zur weiteren Nutzung in den Heimatvereinen überreicht. Während sich einige Teilnehmer direkt vom Sportplatz in Messinghausen aus auf den Heimweg machten, traf sich der Rest noch einmal zum gemeinsamen Mittagessen in Brilon.
Was haben uns die zwei, bei manchen Teilnehmern auch drei Tage gebracht? Zunächst einmal viele neue Erkenntnisse für den Aufbau einer Bogensportabteilung, einen Motivationsschub allererster Klasse, jede Menge Erfahrungsaustausch untereinander, viele neue Ideen, die sich nicht nur auf das Bogenschiessen beziehen und die allgemeine Erkenntnis, das wir alle im selben Boot der Vereinsarbeit sitzen. Hauptfazit des Lehrganges ist und bleibt: „Willst Du was bewegen, dann tue es!“. Auf diesem Wege, auch im Namen der gesamten Teilnehmer, möchten wir Danke sagen! Danke Burkhard für die perfekte Organisation. Danke Julia und Wolfgang für Eure kompetente Art und Weise uns „Bogensportfrischlingen“ die ersten Schritte im Bogensport beizubringen.
Michaela Janschick (Jugendschützenmeisterin)
Roland Mann (Akteur in verschiedenen Funktionen)
Rehnaer Schützengilde von 1588 e.V.
Termine zur Meldung
- Motivieren, aber wie?
23.04. – 25.04.2010 - Brilon
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